Ein grosser Teil des Volkes Israel war fern der Heimat im Exil. Sie waren nicht freiwillig dort, sondern wurden deportiert. Sie konnten die Sprache nicht, die Kultur war ihnen fremd und sie sehnten sich nach ihrer Heimat, nach dem, was ihnen lieb und vertraut war – eben einfach nach Normalität.

Da hinein, in diese Ungewissheit und in das Gefühl fremd und verloren zu sein, spricht Gott:

«Ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lass ich mich von euch finden – Spruch des Herrn.» (Jer 29,11.13.14)

Gott versteckt sich nicht vor uns, schon gar nicht in Krisenzeiten. Aber es fällt uns manchmal schwer, mit ihm in Beziehung zu bleiben, wenn alles wegfällt, was diese Beziehung stützt und uns daran erinnert, dass Gott da ist. Viele Menschen erleben dies gerade jetzt in dieser Corona-Zeit, wo das Pfarreileben stillsteht, wo wir keine Gottesdienste halten können, nicht gemeinsam beten, singen und wichtige Feste wie Ostern feiern können. All dies ist Ausdruck unseres Glaubens, aber es erneuert, stärkt und vertieft diesen Glauben auch und unsere Beziehung zu Gott. Es fehlt uns. Doch Gott ist trotzdem da. Was er sagt gilt damals und es gilt auch heute:

«Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lass ich mich von euch finden.»

AMEN!

Jacqueline Meier