„Mein Weg zu mir war niemals eben
er war nicht immer klug und geradeaus genug
Mein Weg zu mir – das ist mein Leben
und vielleicht finde ich – am Ende mich
und vielleicht finde ich am Ende – mich“

Diese Passage stammt aus „Mein Weg zu mir“ von Udo Jürgens (1934 – 2014), einem deutschen Sänger, dessen Lieder ich sehr mag. Seine Texte sind sehr lebens- und gesellschaftskritisch. Obwohl eines meiner Lieblingslieder „Das ehrenwehrte Haus“ ist, dass sich mit der falschen Moral der Menschen in den 1970er Jahren auseinandersetzt, möchte ich heute doch auf das jüngere oben zitierte Lied verweisen.

Es ist ein selbstkritisches Lied. Ob Udo Jürgens eine ganz persönliche Beichte ablegt, oder eher aus seiner Erfahrung mit Menschen heraus das Lied singt, weiss ich nicht. Aber es beschreibt die Haken und Ösen eines persönlichen Lebens. Und am Ende findet er zu sich selbst. Die Fehler, die Mängel die Umwege, die Menschen machen, die zum eigenen Leben gehören, betrachtet er mit gnadenloser Ehrlichkeit. Und eine andere Textpassage bringt die Endgültigkeit unseres Tuns zum Ausdruck:

„Darum hab ich auch gelernt
mir in die Augen zu seh’n
Den Spiegel zu zerschlagen
macht gar nichts ungescheh’n“

Unser Handeln und unsere Worte können wir nicht rückgängig machen, auch wenn wir Spiegel oder andere Sachen kaputt machen.
Vielleicht habt ihr Lust, das Lied auf Youtube zu hören.

Gabi Pollinger